Radtour 135 /Wanderung 10: An Havel und Hohenzollernkanal entlang ab Spandau via Eiswerder bis Westhafen
Auf gepflegten Uferwegen immer am Wasser lang (Havel, Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal) vom westlichen Rand Berlins nach Moabit

Gesamtlänge: 14,6 km (Diese Route ist sowohl zum Radeln als auch zum Wandern geeignet)
Man könnte theoretisch vom Bahnhof aus auch durch die Spandauer Fußgängerzone und Altstadt auf unsere Route gelangen, aber diese hier führt gleich zum Fußgänger- und Radweg an der Havel – das sind nur 300 m. Dabei kommen wir sozusagen um das Rathaus herum:

Auf diesem hübschen Weg sind wir jetzt eine Weile unterwegs.







Der Wröhmännerpark hat seinen merkwürdigen Namen von einer Gruppierung aus dem Mittelalter: Die „Wröhmänner“ waren Ackerbürger, die in einer sog. „Wröhe“ zusammengeschlossen waren (einer Art freiwilliger Gerichtsbarkeit) und darüber eigenständig ihre Feldbestellung und Flurstreitigkeiten regelten. Der Park entstand an einem Ort, wo sie sich angeblich oft versammelt hatten, allerdings viel später: 1913/1914; er wurde damals sehr aufwändig, ja geradezu prachtvoll gestaltet, aber im und nach dem letzten Krieg verwahrloste die schöne Anlage. In den 1950er und -60er Jahren stellte man dort wieder einen Park her, allerdings schlichter als zuvor. Nett ist es dort immer noch:


Dann erreichen wir die erste Brücke über die Havel; sie führt nach Eiswerder, eine von der Havel komplett umschlossene Insel; sie hat 14 Hektar (das sind knapp 20 Fußballfelder), die längste Ausdehnung beträgt 600 m. Die nördliche Hälfte ist überwiegend bewaldet, auf der südlichen Hälfte befinden sich etliche alte Fabrikbauten – schöne Backstein-Architektur. Denn im 19. Jahrhundert entwickelte sich hier eine Militär-Industrie, etwa Fabriken für Munition und Pulver, Werkstätten für Artillerie und Geschütze etc.; nach dem 2. Weltkrieg wurden die Hallen und Flächen für Getreide und als Tanklager genutzt, ab 1950 auch als Filmstudios. Heute ist die Insel überwiegend ein Standort fürs Film-, TV- und Kunstgewerbe.

Auch auf Eiswerder gibt es einen super Uferweg:


Über die zweite Brücke verlassen wir die Insel wieder…



…und können weiterhin am Wasser lang.



Hier sind wir im sog. Haveleck, wo sich die Havel, der Tegeler See und der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal treffen. Letzterer hieß früher Hohenzollernkanal und wird von vielen auch heute noch so genannt. Er verbindet die Spandauer Havel mit der Berliner Spree: Am Hauptbahnhof mündet er in sie ein. Wie ich vorhin erwähnte, mündet auch die Spree in Spandau in die Havel ein, aber der Kanal verläuft direkter.

Entlang dieses Kanals sind wir nun das ganze lange Stück Richtung zentraleres Berlin – 9,5 km.

Hier wechseln wir die Kanalseite:









Kurz bevor wir auf der Zielgeraden die Föhrer Brücke überqueren, sehen wir auf der gegenüberliegenden Seite interessante alte Industriegebäude; sie gehören zum Westhafen-Gebiet und die meisten davon zur „BEHALA“ = Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft – Infos und mehr Fotos dazu liefert Radtour 86!
Ab hier könnte man übrigens die Tour ganz wunderbar bis zum Hbf verlängern: einfach noch 3,3 km auf dem Uferweg bleiben!
Streckenführung:
Bahnhof Spandau – Stabholzgarten – Sternbergpromenade – Möllentordamm – Uferweg im Wröhmännerpark – Eiswerderufer – Frieda-Arnheim-Promenade – Eiswerderstraße – Uferweg Eiswerder – kleine Eiswerderbrücke – östlicher Havel-Uferweg – Spandauer Havelpromenade – Haveleck – Saatwinkler Steg – Uferweg am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal (auch: Hohenzollernkanal) und Radweg Berlin-Kopenhagen – S-Bahn Westhafen
Strecke abkürzen:
Erst ab U Altstadt Spandau: minus 1 km
Erst ab Bushaltestelle Kleine Eiswerderstraße: minus 3 km
Nur bis Bushaltestelle Tegeler Brücke: 6,8 km
Erst ab Bushaltestelle Tegeler Brücke: 8 km
Ab Spandau bis Bushaltestelle Mäckeritzwiesen: 8,4 km
Zur Karte:
Bitte veröffentliche meine Route nicht bei Komoot!!
© Beatrice Poschenrieder