Wanderung 9 ab Baumschulenweg: Wuhlheide, Köpenick, Spree, Dahme, Müggelspree, Friedrichshagen

Diese tolle Stadtwanderung bietet einen Volkspark, feine Uferwege an Spree, Dahme, Müggelspree und Müggelsee plus schöne Altstadt-Ansichten
Gesamtlänge: 15 km (Strecke abkürzen: siehe unten)
Wir starten am S-Bahnhof Baumschulenweg, überqueren erst den Britzer Zweigkanal…


…dann die Spree auf der tollen Minna-Todenhagen-Brücke.

Kurz danach tauchen wir ein in die Wuhlheide (das ist ein riesiger Wald-Park). Ich glaube, „Volkspark Wuhlheide“ heißt es erst ab der Treskowallee, also östlich davon. Der Volkspark ist durchzogen von breiteren und schmaleren Fußwegen; die meisten verlaufen in Längsrichtung, also von Treptow bis nach Köpenick; so einen nehmen wir auch.


Auf dem Hauptweg namens „Eichgestell“ kommen wir an der Parkbühne und am FEZ (Freizeit- und Erholungszentrum) vorbei…

…und landen am Ende an der Spindlersfelder Straße, die uns die zweite Spree-Überquerung ermöglicht:

Direkt nach der Brücke gelangen wir auf einen Ufer- und Radweg entlang der Spree.

Nach gut einem Kilometer sind wir auf einer kleinen Grünfläche namens Mentzelpark; das Besondere daran: die Ost-Ecke des Parks liegt genau dort, wo der Fluss Dahme in die Spree fließt (mehr Fotos und Text dazu bietet meine Radtour 4).

Ein paar hundert Meter weiter überqueren wir dann die Dahme auf der Langen Brücke…

…erhaschen einen Blick aufs Schloss (liegt auf der anderen Straßenseite)…

…und sind im Zentrum von Köpenick. Meine Route geht allerdings nicht mitten in die Altstadt hinein (was du natürlich machen kannst – es ist nett dort!), sondern wir wandern auf einer ganz wundervollen Uferpromenade zwischen Dahme und Alt-Köpenick, von wo aus wir auch das prachtvolle Rathaus sehen können.


Der Uferweg führt uns auch zur Spree-Dahme-Mündung (die wir vorhin von der anderen Seite aus gesehen haben) und dann zu einer tollen Fußgängerbrücke, dem Katzengrabensteg.



Aus der Vogelperspektive wäre zu sehen: Der 120 m lange Steg geht nicht nur über den Katzengraben, sondern auch über die Baumgarteninsel und die Alte Spree Köpenick; unter der Brücke laufen die Arme zusammen und bilden die Müggelspree.

Sobald wir drüber sind, befinden wir uns auf dem Krusenick (eine Halbinsel an der Alten Spree und der Müggelspree):

Leider endet der tolle Uferweg bald; wir biegen ab in eine interessante Loft-Wohngegend, die früher mal (glaube ich) ein Filmgelände war…

…und haben ein kurzes Übergangsstück an der Straße vor uns, das uns zur sechsten Brücke auf dieser Wandertour führt:

Nun kommt ein sehr geruhsamer Teil der Wegstrecke: Der lange Uferweg an der Müggelspree geht zuerst durch einen parkartigen Bereich und im Anschluss zwei Kilometer durch Wald, immer am Wasser lang…



…an dessen Ende die Nordwest-Spitze des Müggelsees liegt. Wenn du magst, geh (entgegen meiner Route) noch ein paar Schritte südwärts, um den See in voller Pracht zu sehen.

Wir durchlaufen nun den Spreetunnel Friedrichshagen, ein reiner Fußgänger- und Radfahrer-Tunnel; er entstand bereits 1926/27, und wenn man dieses ganz schön große und 120 m (!) lange Bauwerk benutzt, wundert man sich, wie die das vor 100 Jahren schon so hingekriegt haben, dass es immer noch hält; vom Tunnelboden bis zur Wasseroberfläche sind es 8,4 m, ab der Oberkante des Tunnels 4 m, sodass auch Schiffe gut drüberkommen.

Um 1900 war Friedrichshagen ein hübscher Villen-Vorort, ein „Klimatischer Luftkurort“ und ein beliebtes Ausflugsziel. Über die Müggelspree gab es ab 1895 eine Fähre, aber es stellte sich schnell heraus, dass sie für den Ansturm der Besucher bei weitem nicht ausreichte. Es gab schon damals Überlegungen für einen Tunnel oder eine Brücke, aber die Brücke wurde aus schifffahrtstechnischen Gründen verworfen. Und die Planung eines Tunnels wurde erst ab 1920 möglich, als Groß-Berlin entstand und Friedrichshagen sowie Köpenick zu Berlin gehörten (der Südeingang des Tunnels liegt auf Köpenicker Gebiet). Im Juni 1925 beschlossen die Stadtverordneten den Bau, dann wurde das Ding erst einmal entworfen, in 16 Monaten gebaut und am 25. Mai 1927 eröffnet. 23 Monate, also keine zwei Jahre, vom Beschluss bis zur Fertigstellung, obwohl es bautechnisch eine unglaubliche Pionierleistung war! Man, das waren noch Zeiten.



Wenn wir durch den Tunnel durch sind, landen wir direkt im netten kleinen „Spreepark“. Auch hier lohnt es sich, die paar Schritte zum Wasser zu gehen – man kann die Augen ganz wunderbar über den Müggelsee schweifen lassen.
Wenn wir Richtung Zentrum gehen, kommen wir als nächstes an dem alten Brauerei-Gebäude vorbei, das wir schon von der „Badestelle Teppich“ aus gesehen haben, und betreten dann Friedrichshagens „Boulevard“, die Bölschestraße, wo es jede Menge Gastronomie gibt (zumeist gute!) – oder wir marschieren direkt zur S-Bahn, die am anderen Ende der „Bölsche“ liegt.

Streckenführung:
S Baumschulenweg – Minna-Todenhagen-Brücke – Straße zum FEZ – Wilhelm-Spindler-Brücke – Köpenick – Uferwege Spree / Dahme – Katzengrabensteg – Friedrichshagener Straße – Uferweg Müggelspree – Spreetunnel – Friedrichshagen Bölschestraße und S-Bahn.
Strecke abkürzen:
Nur bis S Spindlersfeld: 7 – 7,5 km; erst ab S Spindlersfeld: 7,5 km
Erst ab Tramstation Spindlersfelder Straße: 8,8 km
Zur Karte:
GROßE BITTE: Ich habe die Route für meine Webseite erarbeitet, nicht für Komoot; also falls du es unbedingt dort hochladen musst, dann stell es am Ende auf „privat“.
© Beatrice Poschenrieder