Wanderung 9 ab Baumschulenweg: Wuhlheide, Köpenick, Spree, Dahme, Müggelspree, Friedrichshagen

Foto vom Ufer der Müggelspree aus: Katzengrabensteg in Köpenick, Berlin
Der Katzengrabensteg vom Ufer der Müggelspree aus

Diese tolle Stadtwanderung bietet einen Volkspark, feine Uferwege an Spree, Dahme, Müggelspree und Müggelsee plus schöne Altstadt-Ansichten

Gesamtlänge: 15 km (Strecke abkürzen: siehe unten)

Wir starten am S-Bahnhof Baumschulenweg, überqueren erst den Britzer Zweigkanal…

Foto von der Brücke (Köpenicker Landstraße) aus: Britzer Verbindungskanal; Minna-Todenhagen-Brücke, Rodelberg
Blick von der Brücke (Köpenicker Landstraße) auf den Britzer Verbindungskanal; rechts die Minna-Todenhagen-Brücke, hinten mittig ein künstlicher Hügel
Rodelberg an der Minna-Todenhagen-Brücke, Berlin-Baumschulenweg
Im Winter verwandeln sich die künstlichen Hügel durchaus mal in Rodelberge

…dann die Spree auf der tollen Minna-Todenhagen-Brücke.

Foto von der Minna-Todenhagen-Brücke in Baumschulenweg aus: Spree, Plänterwald
Unter der Minna-Todenhagen-Brücke ist die Spree schön dick und fett

Kurz danach tauchen wir ein in die Wuhlheide (das ist ein riesiger Wald-Park). Ich glaube, „Volkspark Wuhlheide“ heißt es erst ab der Treskowallee, also östlich davon. Der Volkspark ist durchzogen von breiteren und schmaleren Fußwegen; die meisten verlaufen in Längsrichtung, also von Treptow bis nach Köpenick; so einen nehmen wir auch.

Foto vom Radweg / Wanderweg aus: Volkspark Wuhlheide (Berlin), Hauptweg
Ende des Winters sieht´s in der Wuhlheide so aus…
Foto vom Radweg / Wanderweg aus: Volkspark Wuhlheide (Berlin), Hauptweg
…und ein paar Wochen später dann so

Auf dem Hauptweg namens „Eichgestell“ kommen wir an der Parkbühne und am FEZ (Freizeit- und Erholungszentrum) vorbei…

Foto vom Spree-Radweg aus: FEZ-Brunnen /Kugelbrunnen / Brunnenblume, Weltkugel-Brunnenplastik
Der FEZ-Brunnen (auch „Kugelbrunnen“) ist eine sog. Weltkugel-Brunnenplastik und entstand, als das FEZ noch „Pionierpalast Ernst Thälmann“ hieß – eine Freizeit- und Bildungseinrichtung der DDR

…und landen am Ende an der Spindlersfelder Straße, die uns die zweite Spree-Überquerung ermöglicht:

Foto von der Wilhelm-Spindler-Brücke in Köpenick aus: Spree
Die Spree an der Wilhelm-Spindler-Brücke; das Stadion vom 1. FC Union Berlin ist ganz in der Nähe, wie man an den Aufklebern sieht

Direkt nach der Brücke gelangen wir auf einen Ufer- und Radweg entlang der Spree.

Foto von der Euro-Route und dem Spree-Radweg aus: Uferweg an der Spree in Spindlersfeld
Unser Uferweg in Spindlersfeld überschneidet sich mit dem Spreeradweg

Nach gut einem Kilometer sind wir auf einer kleinen Grünfläche namens Mentzelpark; das Besondere daran: die Ost-Ecke des Parks liegt genau dort, wo der Fluss Dahme in die Spree fließt (mehr Fotos und Text dazu bietet meine Radtour 4).

Foto vom Mentzelpark Köpenick aus: Spree-Dahme-Mündung
Blick vom Mentzelpark auf die Spree; von rechts läuft die Dahme in sie hinein

Ein paar hundert Meter weiter überqueren wir dann die Dahme auf der Langen Brücke…

Foto vom Spree-Radweg aus: Lange Brücke von Spindlersfeld nach Köpenick
Die Lange Brücke verbindet Spindlersfeld mit der Köpenicker Altstadt

…erhaschen einen Blick aufs Schloss (liegt auf der anderen Straßenseite)…

Foto von der Langen Brücke aus: Schloss Köpenick, Wasserseite an der Dahme
Von der Langen Brücke aus sieht man die Rückseite von Schloss Köpenick

…und sind im Zentrum von Köpenick. Meine Route geht allerdings nicht mitten in die Altstadt hinein (was du natürlich machen kannst – es ist nett dort!), sondern wir wandern auf einer ganz wundervollen Uferpromenade zwischen Dahme und Alt-Köpenick, von wo aus wir auch das prachtvolle Rathaus sehen können.

Foto von der Treppe aus: Köpenicker Luisenhain und Uferpromenade an der Dahme
Blick von der Treppe auf den Köpenicker Luisenhain und die Uferpromenade an der Dahme
Foto von der Uferpromenade aus: Rathaus Köpenick, Luisenhain
Das Köpenicker Rathaus wurde 1901 – 05 im Stil der märkischen Backsteingotik erbaut

Der Uferweg führt uns auch zur Spree-Dahme-Mündung (die wir vorhin von der anderen Seite aus gesehen haben) und dann zu einer tollen Fußgängerbrücke, dem Katzengrabensteg.

Foto vom Uferweg aus: Katzengraben, Köpenick
Das ist der Katzengraben – eine Art Kanal zwischen der Spree und der Müggelspree, da die Alte Spree hier einen starken Bogen macht
Foto vom Uferweg aus: Katzengraben und Katzengrabensteg, Köpenick
Sowohl der Uferweg als auch der Katzengrabensteg hinten sind nur für Fußgänger
Foto vom Katzengraben her: Katzengrabensteg / Krusenicksteg Köpenick, Berlin
Der lange Steg geht um die Ecke

Aus der Vogelperspektive wäre zu sehen: Der 120 m lange Steg geht nicht nur über den Katzengraben, sondern auch über die Baumgarteninsel und die Alte Spree Köpenick; unter der Brücke laufen die Arme zusammen und bilden die Müggelspree.

Katzengrabensteg / Krusenicksteg (Fußgängerbrücke über Alte Spree Köpenick und Müggelspree)
Manche sagen auch „Krusenicksteg“ dazu

Sobald wir drüber sind, befinden wir uns auf dem Krusenick (eine Halbinsel an der Alten Spree und der Müggelspree):

Foto vom Nordwesten her: Uferweg an der Müggelspree am Krusenick (Köpenick)
Uferweg am Krusenick

Leider endet der tolle Uferweg bald; wir biegen ab in eine interessante Loft-Wohngegend, die früher mal (glaube ich) ein Filmgelände war…

Neue Wohnsiedlung in Köpenick: Am Krusenick, An der Filmfabrik
Schöne neue Wohnungen in alten Backstein-Fabrikgebäuden

…und haben ein kurzes Übergangsstück an der Straße vor uns, das uns zur sechsten Brücke auf dieser Wandertour führt:

Foto von der Salvador-Allende-Brücke aus: Müggelspree, Köpenick
Auf der Salvador-Allende-Brücke über die Müggelspree

Nun kommt ein sehr geruhsamer Teil der Wegstrecke: Der lange Uferweg an der Müggelspree geht zuerst durch einen parkartigen Bereich und im Anschluss zwei Kilometer durch Wald, immer am Wasser lang…

Foto vom Uferweg aus: Wanderweg an der Müggelspree von Köpenick nach Friedrichshagen
In Sachen Bäume ist der Uferweg an der Müggelspree im Sommer schöner, aber im Winter sieht man mehr
Foto vom Uferweg aus: Müggelspree von Köpenick nach Friedrichshagen
Da drüben ist bereits der westliche Ausläufer von Friedrichshagen zu sehen
Badestrand bzw. Badestelle Teppich, Köpenick-Friedrichshagen
Selbst im tiefsten Winter haben Kinder am „Badestrand Teppich“ Spaß; das große Gebäude gegenüber ist die ehemalige Brauerei „Berliner Bürgerbräu“

…an dessen Ende die Nordwest-Spitze des Müggelsees liegt. Wenn du magst, geh (entgegen meiner Route) noch ein paar Schritte südwärts, um den See in voller Pracht zu sehen.

Foto vom Radweg her: Großer Müggelsee und Badestelle am Nordwestufer (Köpenicker Seite)
Badestelle am Nordwestufer des Großen Müggelsees

Wir durchlaufen nun den Spreetunnel Friedrichshagen, ein reiner Fußgänger- und Radfahrer-Tunnel; er entstand bereits 1926/27, und wenn man dieses ganz schön große und 120 m (!) lange Bauwerk benutzt, wundert man sich, wie die das vor 100 Jahren schon so hingekriegt haben, dass es immer noch hält; vom Tunnelboden bis zur Wasseroberfläche sind es 8,4 m, ab der Oberkante des Tunnels 4 m, sodass auch Schiffe gut drüberkommen.

Foto vom Süden her: Spreetunnel Friedrichshagen, Eingang Köpenick
Der Köpenicker (= südliche) Eingang des Spreetunnels; es geht mächtig in die Tiefe

Um 1900 war Friedrichshagen ein hübscher Villen-Vorort, ein „Klimatischer Luftkurort“ und ein beliebtes Ausflugsziel. Über die Müggelspree gab es ab 1895 eine Fähre, aber es stellte sich schnell heraus, dass sie für den Ansturm der Besucher bei weitem nicht ausreichte. Es gab schon damals Überlegungen für einen Tunnel oder eine Brücke, aber die Brücke wurde aus schifffahrtstechnischen Gründen verworfen. Und die Planung eines Tunnels wurde erst ab 1920 möglich, als Groß-Berlin entstand und Friedrichshagen sowie Köpenick zu Berlin gehörten (der Südeingang des Tunnels liegt auf Köpenicker Gebiet). Im Juni 1925 beschlossen die Stadtverordneten den Bau, dann wurde das Ding erst einmal entworfen, in 16 Monaten gebaut und am 25. Mai 1927 eröffnet. 23 Monate, also keine zwei Jahre, vom Beschluss bis zur Fertigstellung, obwohl es bautechnisch eine unglaubliche Pionierleistung war! Man, das waren noch Zeiten.

Spreetunnel Friedrichshagen, Berlin, 1931
Der Spreetunnel im Jahr 1931 (Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 003148A, CC BY 4.0)
Foto von der Köpenicker Seite her: Spreetunnel Friedrichshagen, Röhre
Etliche Male im Jahr wird im Tunnel die Graffiti entfernt (Kosten: Über 20.000 Euro/Jahr). Ohne die Schmierereien sieht er viel besser aus.
Foto von oben: Spreetunnel Berlin, Eingang Friedrichshagen
Definitiv die hübschere Seite: Der Eingang Friedrichshagen. Oben steht: „Spreetunnel – erbaut und versenkt 1926“

Wenn wir durch den Tunnel durch sind, landen wir direkt im netten kleinen „Spreepark“. Auch hier lohnt es sich, die paar Schritte zum Wasser zu gehen – man kann die Augen ganz wunderbar über den Müggelsee schweifen lassen.

Wenn wir Richtung Zentrum gehen, kommen wir als nächstes an dem alten Brauerei-Gebäude vorbei, das wir schon von der „Badestelle Teppich“ aus gesehen haben, und betreten dann Friedrichshagens „Boulevard“, die Bölschestraße, wo es jede Menge Gastronomie gibt (zumeist gute!) – oder wir marschieren direkt zur S-Bahn, die am anderen Ende der „Bölsche“ liegt.

Evangelische Kirche (Christophoruskirche) Berlin-Friedrichshagen, Foto von vorn
Friedrichshagen hat ein sehr schönes Gotteshaus: Die Christophoruskirche

Streckenführung:
S Baumschulenweg – Minna-Todenhagen-Brücke – Straße zum FEZ – Wilhelm-Spindler-Brücke – Köpenick – Uferwege Spree / Dahme – Katzengrabensteg – Friedrichshagener Straße – Uferweg Müggelspree – Spreetunnel – Friedrichshagen Bölschestraße und S-Bahn.

Strecke abkürzen:
Nur bis S Spindlersfeld: 7 – 7,5 km; erst ab S Spindlersfeld: 7,5 km
Erst ab Tramstation Spindlersfelder Straße: 8,8 km

Zur Karte:

Download file: W9_Baumschulenweg_Wuhlheide_Koepenick_Friedrichshagen.gpx

GROßE BITTE: Ich habe die Route für meine Webseite erarbeitet, nicht für Komoot; also falls du es unbedingt dort hochladen musst, dann stell es am Ende auf „privat“.

© Beatrice Poschenrieder

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