Radtour 80: Von Hennigsdorf über Mühlenbeck zur Hussitenstadt Bernau

Bernau Mühlenstraße: Mühlentor und Kriegerdenkmal, im Hintergrund die St.-Marien-Kirche
Bernau Mühlenstraße: Mühlentor und Kriegerdenkmal, im Hintergrund die St.-Marien-Kirche

Eine gute Gelegenheit, die Orte, die nördlich an Berlin grenzen, kennen zu lernen! Vor allem Bernau lohnt es sich anzuschauen

Sehr gut bei Südwest-Wind, gut bei Westwind, Gesamtlänge: 32 km
Strecke abkürzen:
Erst ab S-Bahnhof Hohen Neuendorf: 25 km
Erst ab S-Bahnhof Bergfelde: 24 km
Erst ab Bahnhof Schönwalde: 13 km

Nun das dritte Teilstück von meinem 178 km-Rundkurs rund um Berlin.
Unser Startpunkt, Hennigsdorf, ist gar kein Dorf, sondern eine Stadt mit immerhin über 23.000 Einwohnern, bietet leider nicht arg viel Sehenswertes, liegt aber geografisch günstig für Radtouren oder Wanderungen an der Havel oder auch Richtung Havelland; daher ist es nicht schlecht, sich ein wenig damit vertraut zu machen.
Der nächste Ort, Stolpe, ist ein süßes kleines Dorf mit zwei angenehmen Gasthöfen (beide mit großem, einladendem Außenbereich). Dann folgt Hohen Neuendorf; laut Wikipedia zählt es seit den Neunzigern zu den “am stärksten wachsenden Orten im Berliner Speckgürtel”, was u.a. sicherlich daran liegt, dass es durch zwei S-Bahnen gut an die Stadt angebunden ist. Jedenfalls ist Hohen Neuendorf tatsächlich ziemlich groß und verfügt neben ein paar Sehenswürdigkeiten wie dem Wasserturm und der Himmelspagode über eine Menge Gastronomie, was man von den nachfolgenden Orten bis Bernau nicht so wirklich behaupten kann. Dafür ist die Umgebung hübscher! Das gilt besonders, wie die Ortsnamen schon besagen, für das Stück zwischen Schönwalde und Schönow.
Aber nochmal richtig schön wird´s in Bernau. Bernau ist hinter Potsdam meine Lieblingsstadt im Berliner Speckgürtel (zu dem sage und schreibe 50 Städte und Gemeinden zählen!); im Mittelalter wurde es von einem dreifachen Wall- und Grabensystem umschlossen, sehr viel davon ist noch erhalten bzw. wurde restauriert, etwa die Stadtmauer aus Feldsteinen; ein Teil der Gräben wurde in eine Parkanlage integriert, sodass man heute darin herumlaufen kann, wie auch teilweise zwischen den alten Wällen (siehe Bild unten und Foto bei Radtour 70).
Bernau war nicht nur wegen dieser Dreifach-Sicherung eine wehrhafte Stadt; sie trägt heute den Beinamen “Hussitenstadt”, weil die Bürger sich 1432 mutig, entschlossen und gewieft gegen einen Angriff der Hussiten wehrten; unter anderem sollen die Frauen von den Mauern herab große Eimer voller heißer Substanzen wie Gerstenbrei und Bierbrauer-Pampe auf die Angreifer geschüttet haben. Bernau war damals nämlich auch eine berühmte Bierbrauer-Stadt und stellte Jahrhunderte lang das beste Bier in ganz Brandenburg her. Jedenfalls, wegen der erfolgreichen Abwehr der damals übel marodenden und plündernden Hussiten findet in Bernau alljährlich am zweiten Juni-Wochenende das dreitägige Hussitenfest statt, mit Umzug, Festspielen und allem Drum und Dran.

Teil der alten Stadtmauer von Bernau
Teil der alten Stadtmauer von Bernau

Heute ist die Stadt vor allem innerhalb dieser Mauer aus Feldsteinen ganz zauberhaft! Abgesehen von alten Denkmälern und Bauten wie der stattlichen St.-Marien-Kirche, dem Mühlentor, dem Kriegerdenkmal (siehe Foto oben), dem Steintor und dem Hungerturm gibt es etliche tolle Altbauten und einen belebten Marktplatz.

Grobe Streckenführung:
S-Bahn/ Bahnhof Hennigsdorf – Stolpe – Hohen Neuendorf – Schönfließ – Mühlenbeck – Schönwalde – Gorinsee – Schönow – Bernau-Zentrum – S-Bahn/ Bahnhof Bernau

Zur Karte:

© Beatrice Poschenrieder

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