Radtour 138: Der Heideradweg! plus Cottbuser Ostsee, Peitzer Teichlandschaft, Beeskow
Diese Tour enthält neben dem neuen Heide-Radweg einen Riesen See, unzählige Teiche, viel grüne Natur, Mittelalter-Bauten und einiges mehr!

Super bei Südwind, okay bei Südost-Wind; Gesamtlänge: 61 km
Gleich zu Beginn eine Info: Der relativ neue Heideradweg (eröffnet 2023) ist eigentlich nur 24 km lang; er beginnt beim Dorf Preilack und endet in Weichensdorf; beide Orte haben keinen Bahnhof. Die Tour zwischen den nächstgelegenen Bahnhöfen Peitz-Ost und Grunow (Niederlausitz) hätte 43,3 km, aber für meinen Geschmack enthielte die zu wenig Highlights, denn der Heideradweg ist relativ reizarm – was ja wiederum perfekt sein kann, um runterzukommen und die sehr ruhige, waldreiche Natur zu genießen, zumal er ja weitestgehend aus einer schnurgeraden, schön asphaltierten Fahrradstraße besteht und sich daher sehr entspannt radeln lässt.
Aber da für die meisten Radtouren-Fans der Start- und Endpunkt nicht grade um die Ecke liegen, habe ich die Tour um ein paar sehenswerte Elemente erweitert: Drei Aussichtspunkte am größten künstlichen See Deutschlands, die herrliche Teichlandschaft zwischen Maust und Peitz, die hübsche Gegend um Krügersdorf herum, die Mittelalter-Stadt Beeskow mit ihrer Burg an der Spree.
Nun zur Route:
Man könnte sie auch am Hbf Cottbus starten, aber der Regionalbahn-Anschluss nach Merzdorf ist i.d.R. sehr fix und erspart einige Kilometer durch die Innenstadt. Von Merzdorf aus sind´s nur zweieinhalb stressfreie Kilometer zum Cottbuser Ostsee, dem fabelhaften Aussichtsturm dort und dem klasse Radweg entlang des Ufers. (Noch viel mehr vom See und vom Uferweg bietet übrigens meine Radtour 128!)

Es lohnt sich durchaus, auf den Turm zu steigen:








Dort, wo wir dann den Cottbuser Ostsee verlassen, befinden wir uns bereits in Teichland. Das ist nicht nur der Name der Gemeinde, sondern auch eine Gegend, in der sich tatsächlich sehr viele Teiche und Seen befinden. Unser erster ist der hier:

Als nächstes erreichen wir den Streckteich und mit ihm die sog. Peitzer Teichlandschaft. Der Radweg, der mitten hindurch führt, sowie etliche weitere Fotos, findest du auch in meiner Radtour 91!



Am Ende dieses Teichgebiets sind wir bereits in der Kleinstadt Peitz, streifen sie aber nur am Rande (falls du hineinstippen willst, z.B. um Eis zu essen: ebenfalls Radtour 91) und radeln auf dem direkten Weg nach Preilack. Gleich nach diesem Dorf beginnt der Heideradweg. Und zwar auf der stillgelegten Bahntrasse zwischen Cottbus und Frankfurt (Oder). Leider nicht auf der ganzen Trasse, aber immerhin auf den 22 km bis kurz vor Weichensdorf (plus ca. 2 km Zubringer-Streckenstücke).

Genaugenommen ist es kein Radweg, sondern eine komfortable Fahrradstraße. Sie wurde zwar bereits im Herbst 2023 eröffnet, aber ist vielen noch gar nicht bekannt; auch ich habe sie erst vor kurzem entdeckt, da kaum jemand auf die Idee kommen würde, dass es in dieser recht abgelegenen Gegend einen super Radwanderweg gibt.
Dort, wo die Radstraße für uns und auch ganz offiziell startet – siehe auch das Foto ganz oben – steht, wie nett, ein 1-A-Öko-Klohäuschen:

Nur 600 m weiter beginnt bereits der Wald, der uns ab da die meiste Zeit umgibt. Der Heideradweg heißt so, weil er mehrere Heiden streift, wie die Lieberoser und die Mochlitzer Heide. Die meiste Zeit siehst du aber keine Heide, sondern Wald – auch gut!

Die nächste Ortschaft, die wir erreichen, ist Jamlitz; hier ist der Heideradweg unterbrochen und wir müssen ein Stückchen in den Ort hinein. Das kann man z.B. gut nutzen für eine Einkehr. Im Dorf selbst gibt´s zwar keine Gastronomie (außer, etwas abseits, den Imbiss der Fischzucht Jamlitz), aber nur 3 km weiter kommt schon Lieberose, das mehrere Möglichkeiten bietet, etwa ein sehr gutes Café mit Eisdiele (siehe Radtour 50).
In Jamlitz im Kiefernweg (an dem wir vorbeikommen) gibt´s auch eine Gedenkstätte; Erläuterung dazu auf der Webseite Lieberose-Jamlitz-sbg.de:
»Von 1943 bis 1945 mussten im Außenlager Lieberose des KZ Sachsenhausen mehr als 6000 überwiegend jüdische Häftlinge beim Aufbau des SS-Truppenübungsplatzes „Kurmark“ unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Bei einem Massaker ermordete die SS Anfang Februar 1945 mehr als 1300 Häftlinge. Das Lager ist der bedeutendste Tatort der Schoa im Raum Berlin-Brandenburg.«
Kurz nach Jamlitz treffen wir am Radweg auf den ehemaligen Bahnhof Lieberose (auch: Bahnhof Jamlitz):

Und dann sind wir wieder ganz lang im Wald.



Auf der Höhe des Mini-Ortes Ullersdorf (den wir nicht durchfahren) lichtet sich der Wald für anderthalb Kilometer:



Einen Kilometer vor Weichensdorf endet der wunderbare Heideradweg recht jäh – ich vermute, weil hier der Landkreis Spree-Neiße endet* – und geht in einen ziemlich unangenehmen Schotterweg über. Wie schade! Zum Glück ist das nur knapp ein Kilometer, dann sind wir auf der Dorfstraße von Weichensdorf. Ab da ist bis zum Ende die Strecke angenehm asphaltiert.
* (Es war der LK Spree-Neiße, der die Fördermittel für den Bau der Radstraße beantragte und bewilligt bekam. Der angrenzende LK Oder-Spree brüstet sich zwar auf seiner Webseite mit dem tollen Heideradweg, aber war offenbar nicht bereit, wenigstens einen wassergebundenen Weg auf diesem letzten Kilometer zu spendieren.)
Weiter geht´s auf ruhigen Landstraßen durch drei kleine Dörfer und grüne Natur…

…nach Krügersdorf, das nicht nur eine auffällige Kirche hat…

…sondern am Ortsausgang auch eine Sehenswürdigkeit aufweist: Das Germanische Langhaus. Es ist ein Nachbau nach historischem Vorbild und wurde 1994-97 vom damaligen Wirt von Hand (!) erbaut. Darin befinden sich eine Pension, ein Badehaus und vor allem eine Gaststätte mit mittelalterlicher Gastronomie (Schwerpunkt herzhafte deutsche Küche, selbstgebackenes Brot, Kuchen und Speisen aus dem hauseigenen Reisigbackofen sowie Met). Gebucht werden können auch Aktivitäten wie mittelalterliche Spiele und Bogenschießen, Falknershow und Kutschfahrten.

Dort beginnt ein wunderbarer straßenbegleitender Radweg, der uns durch eine bildhübsche Gegend bis nach Beeskow führt.





Eine klasse Besichtigungsrunde in Beeskow und viele Fotos findest du in Radtour 23!
Grobe Streckenführung:
Bahnhof Cottbus-Merzdorf – Merzdorfer Weg – Aussichtsturm am Cottbuser Ostsee – Uferweg-Radweg – Aussichtsplattform Lakoma – Aussichtspunkt am Nordufer – Kiessee Maust – Spreeradweg / Gurkenradweg durch die Peitzer Teichlandschaft – Peitz – Preilack – Jamlitz – Weichensdorf – Klein Briesen – Groß Briesen – Reudnitz – Krügersdorf – Bhf Beeskow
Strecke abkürzen:
Erst ab Bahnhof Peitz-Ost: 51 km
Nur bis Bahnhof Grunow (Niederlausitz): 52 km
Nur bis Bahnhof Schneeberg (Mark): 55,7 km
Nur Peitz-Ost bis Grunow: 43,3 km
Zur Karte:
WICHTIG: Bitte veröffentliche diese Route nicht auf anderen Radtouren-Webseiten, denn ich hab sie für meine Webseite entwickelt; stelle es dort auf „nur für mich“ o.ä.!
© Beatrice Poschenrieder