JETZT MIT KZ SACHSENHAUSEN! Radtour 6.1a: Oranienburg – Oder-Havel-Kanal/ Finowkanal – Bernau (Variante)

Radwanderweg zwischen Malz und Neuholland, Löwenberger-Land-Radweg
Dieser feine Weg im ersten Drittel unserer Tour zwischen Malz und Neuholland gehört zum LÖL-Radweg (Löwenberger Land)

Hier die umgedrehte Version der Radtour 6.1 und Variante der Radtour 6a inklusive vieler Infos und Fotos zur Gedenkstätte Sachsenhausen

Super bei wenig Wind/ Windstille, ok bei Nordwestwind, Gesamtlänge: 65 km
STRECKE AUFS HANDY LADEN: SIEHE GANZ UNTEN!
Strecke abkürzen: Nur bis Bhf Biesenthal: 55 km; nur bis Bhf Ruhlsdorf-Zerpenschleuse: 37 km; ohne die Runde um die Gedenkstätte: 3 km weniger

Jede Menge Infos und noch viel mehr Fotos gibt’s beim Beitrag zu Radtour 6 und den oben genannten Radtouren 6.1 und 6a!

Zu Beginn dieses Ausflugs habe ich einen Abstecher zur Gedenkstätte Sachsenhausen und einen Bogen rund um das Gelände eingebaut. Das Gebäude mit dem berühmten zynischen Spruch “Arbeit macht frei” auf dem Gittertor ist der damalige Eingang für die Häftlinge, aber nicht der heutige für die Besucher. Der befindet sich an der Straße der Nationen 22 (östliches Ende der Straße). Das Fahrrad muss draußen bleiben. Das Gelände ist ziemlich groß; wenn man alles sehen will, ist das ein ausgedehnter Spaziergang und erfordert (inklusive Besichtigungen) mindestens anderthalb Stunden.

Kommandatur und Eingang des ehemaligen KZ Sachsenhausen, jetzt Gedenkstätte Sachsenhausen
Kommandatur des “Schutzhaftlager” und Eingang des ehemaligen KZ Sachsenhausen (bei Oranienburg); links und rechts schließt eine Mauer an
Tor im Haus der Kommandatur, Eingang ins Konzentrationslager Sachsenhausen
Durch dieses Tor traten die Häftlinge ins KZ Sachsenhausen ein
Blick vom ehemal. Eingang aufs KZ Sachsenhausen: Appellplatz, Wäscherei, Häftlingsküche, Standort des Galgens, Mahnmal
Blick vom ehemal. Eingang aufs KZ Sachsenhausen: Die ganze Fläche im Vordergrund war der Appellplatz, wo die Häftlinge täglich zur Zählung antreten und oft stundenlang in der Kälte stehen mussten. Drumherum im Halbkreis angeordnet standen mal 68 Baracken für die Unterbringung der Gefangenen, leider alle abgerissen bis auf zwei (die befinden sich rechts außerhalb dieses Fotos). Das Haus hinten links war die Wäscherei, rechts die Häftlingsküche, dazwischen (schlecht sichtbar) der Galgenplatz. Ganz hinten das erst 1961 errichtete Mahnmal. Links hinten einer der vielen Wachtürme
Eingang KZ Sachsenhausen von innen mit Kommandatur und Turm A; durch das Tor kommen
Der Eingang des KZ Sachsenhausen, Foto von innen: Er enthielt auch den sog. “Turm A”: Dort oben war ein Maschinengewehr fest installiert und die Wachposten konnten den Appellplatz sowie die Wohnbaracken überblicken, sodass unliebsame Insassen schnell ausgemacht und “eliminiert” werden konnten
Gedenktafel zeigt Hinrichtungsstätte und Standort des Galgens im ehemaligen KZ Sachsenhausen
Diese Tafel zeigt die Hinrichtungsstätte und den Standort des Galgens, zentral in der Mitte des Konzentrationslagers Sachsenhausen: “Hinrichtungen fanden vor allen Gefangenen des Lagers statt”

Da das KZ Sachsenhausen eigentlich in Oranienburg liegt, dachte ich früher, es wäre identisch mit dem KZ Oranienburg. Das ist falsch. Das KZ Oranienburg lag mitten in der Stadt und existierte nur von 1933 bis 1934, das KZ Sachsenhausen wurde 1936 auf einem viel größeren Gelände erbaut (von Häftlingen!), da der Bedarf der Nazis, unerwünschte Personen auf diese Weise loszuwerden, wuchs und wuchs. Von 1936 bis 45 gab es dort über 200.000 Gefangene. In den ersten Jahren waren es überwiegend “politische Gegner des NS-Regimes”, dann immer mehr Angehörige von Gruppen, die als minderwertig betrachtet wurden, ab Kriegsbeginn 1939 “zunehmend Bürger der besetzten Staaten Europas” (Info der Gedenkstätte); “Zehntausende kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Mordaktionen der SS.
Ab August 1945 wurde das KZ umfunktioniert in ein “Sowjetisches Speziallager”, denn Oranienburg gehörte ja zur sowjetischen Besatzungszone (Fotos dazu in Radtour 6.1). Neben Nazi-Funktionären wurden hier wieder politisch Unbequeme und Menschen, die sich anderweitig unbeliebt gemacht hatten, eingesperrt und so schlecht behandelt, dass ein komplettes Fünftel von ihnen die wenigen Jahre bis zur Schließung des Lagers 1950 nicht überlebten: Verhungert oder an Krankheiten gestorben oder ermordet.

Aber jetzt mal zu den erfreulicheren Aspekten dieser Radtour… Kurz nach der Gedenkstätte stoßen wir ja auf den Oder-Havel-Kanal, zu dem ich in Radtour 6a schon etwas gesagt habe, und etwas später dem Vosskanal. Er beginnt dort, wo er mit dem Langen Trödel zusammentrifft, nämlich in Liebenwalde. Wichtig für Berlin war der Vosskanal unter anderem von ca. 1900 bis 1918, weil darauf viele Millionen Tonnen Ziegel für den Ausbau Berlins transportiert wurden. Er mündet in Zehdenick in die Havel, und ein Stückchen nördlich von dort gab es damals ertragreiche Ziegel-Produktionsstätten, etwa Mildenberg.
Für uns Radler ist der Vosskanal interessant, weil neben ihm auf seiner ganzen Länge ein wunderbarer Radweg verläuft, der uns auf angenehmste Weise von Liebenwalde nach Zehdenick bringt (passende Rattour dazu kommt noch!).

Brücke über den Vosskanal westlich von Liebenwalde
Brücke über den Vosskanal westlich von Liebenwalde
Oder-Havel-Kanal-Tour: Liebenwalde, Kirche
Liebenwalde: Rechts der Turm der Kirche
Das Rathaus in Liebenwalde, davor ein Kriegsdenkmal
Am Rathaus von Liebenwalde kommen wir auch vorbei; wie so oft in Brandenburg, steht ein Kriegsdenkmal davor

Nur anderthalb km weiter passieren wir eine Klappbrücke über einen weiteren Kanal, nämlich den “Langen Trödel” (siehe Radtour 98 und 6a)…

Blick von der Klappbrücke auf den Langen Trödel im südlichen Liebenwalde
Und dann hier drüber: Langer Trödel im südlichen Liebenwalde; das Hellblaue gehört zur Klappbrücke

…der später in den Finowkanal übergeht, den wir ja noch ein ganzes Stück begleiten.

Hafenort Zerpenschleuse am Finowkanal-Radweg
Auch im Winter fein: Hafendorf Zerpenschleuse am Finowkanal-Radweg (der Kanal heißt hier “Langer Trödel”)

Infos zu den anderen bemerkenswerten Stationen dieser Route und zu ihrem weiteren Verlauf findest du auf Radtour 6.1 und Radtour 6a.

Kirche im Zentrum von Biesenthal gegenüber dem Marktplatz
Hier kommen wir auch durch: Biesenthal

Anmerkung: Diese Radroute geht auch bei Nordwest-Wind ganz gut, obwohl es auf der Karte so aussieht, als hätte man ganz oft Seitenwind. Bei den Streckenteilen, wo der Wind von der Seite kommt (oder käme), wird er größtenteils durch Bäume/Wald abgefangen.

Grobe Streckenführung:
Oranienburg Bhf – Gedenkstätte Sachsenhausen – Oder-Havel-Kanal – Malz – quer durch Liebenwalde – Oder-Havel-Radweg über Liebenwalde und Zerpenschleuse – Berlin-Usedom-Radweg über Biesenthal und Ladeburg – Bernau Bhf

Routenbeschreibung:
Siehe Radtour 6.1: Bernau – Oder-Havel- und Finowkanal – Oranienburg (Variante)

Zur Karte:
Sie enthält zu Beginn einen Abstecher zum Eingang der Gedenkstätte Sachsenhausen (ehemals KZ, auch KZ Oranienburg) und einen Bogen um das Gelände mit Stippvisiten zu den Massengräbern. Natürlich kann man das auch weglassen und gleich auf der Bernauer Straße bleiben bis zum Oder-Havel-Kanal, das macht 3 km weniger.

Download file: Rt6.1a_Oranienburg_KZ_Finowkanal_Bernau.gpx

Zum GPX-Download eine Bitte, nämlich dass meine Route nach deiner Tour nicht auf einer anderen Webseite auftaucht!

Zur schattigeren Version geht es hier: Radtour 6a: Oder-Havel- und Finowkanal: Oranienburg -> Bernau

Aufruf dazu, die Webseite Beste-Radtouren.de zu unterstützen oder zu spenden

© Beatrice Poschenrieder

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