Radtour 95: Fläming-Elbe-Tour Wiesenburg – Coswig – Lutherstadt Wittenberg – Jüterbog

Diese famose Tour startet von der “Perle des Fläming”, verläuft lange durch Sachsen-Anhalt sowie an der Elbe und dann wieder im Fläming

Am Elberadweg, Blick vom Aussichtspunkt auf das Elbe-Urstromtal zwischen Coswig und Wittenberg
Blick vom Aussichtspunkt auf das Elbe-Urstromtal zwischen Coswig und Wittenberg

Gut bei wenig Wind / Windstille, ok bei Nordwest-Wind, Gesamtlänge: 97 km
Strecke abkürzen:
Erst ab Bahnhof Medewitz: 91 km
Erst ab Bahnhof Jeber-Bergfrieden: 81 km
Nur bis Bahnhof Coswig (Anhalt) inklusive Stadtrundgang: 38 km
Erst ab Bahnhof Coswig (Anhalt) inklusive Stadtrundgang: 66 km
Nur bis Hauptbahnhof Lutherstadt Wittenberg: 55 km
Nur bis Bahnhof Zahna: 68 km
Nur bis Bahnhof Blönsdorf: 81,5 km (in Seehausen links abbiegen)
Nur bis Bahnhof Niedergörsdorf: 87 km (in Gölsdorf links abbiegen)
ACHTUNG: Die Bahnhöfe Jeber-Bergfrieden, Coswig, Wittenberg und Zahna liegen nicht in Brandenburg, d.h. VBB-Tickets gelten hier nicht (Brandenburg-Berlin-Ticket aber zumindest teilsweise)

Der Startpunkt dieser Route, die “Perle des Fläming” Wiesenburg, liegt zwar im Landkreis Potsdam-Mittelmark, aber bereits 8 km später verlassen wir Brandenburg und sind für die längste Zeit dieser Radtour in Sachsen-Anhalt – wie auch im Fläming. (Anmerkung: Der Fläming zieht sich nicht nur durch drei Landkreise Brandenburgs, sondern ist auch Bundesland-übergreifend.)
Vor Coswig durchqueren wir ein paar nette Dörfer mit ulkigen Namen wie Stackelitz, Jeber-Bergfrieden und Hundeluft. Der erste Eindruck von Coswig (Anhalt) ist ein bisschen verlottert, aber das ändert sich, je mehr wir uns dem Zentrum nähern. Es ist ein sehr alter Ort; etwa die ehemalige Burg wurde bereits 1187 erwähnt, d.h. die Siedlung gab es vermutlich ein ganzes Stück früher. Offizielle Gründung der Stadt war 1215, und sie war im Mittelalter eine sehr wichtige, wenn nicht die wichtigste anhaltinische Stadt und muss damals recht schön gewesen sein, zumal sie ja an der Elbe liegt. Leider wurde sie im Schmalkaldischen Krieg (1546/47) größtenteils zerstört – u.a. auch die damalige Burg. Das Schloss, das heute das Stadtbild prägt, wurde erst danach erbaut (1667-77) und hat ebenfalls eine eher leid- als freudvolle Geschichte: Erst diente es etwa 200 Jahre lang als Witwensitz, dann als Gefängnis. In der NS-Zeit und im 2. Weltkrieg starben darin wegen Überbelegung und unmenschlichen Zuständen sehr viele der Gefangenen.

Schloss Coswig (Anhalt)
Schloss Coswig (Anhalt): Ein bisschen erinnert es immer noch an ein Gefängnis

Natürlich ist von diesen Zeiten im heutigen Coswig nichts mehr zu merken. Die friedliche Stadt hat einen hübschen Ortskern, eine lange Elbpromenade und neben dem Schloss einige andere Sehenswürdigkeiten, wie etwa die Turm-Holländermühle (meine Stadtbesichtigungsrunde führt gleich zu Beginn daran vorbei), das Rathaus, zwei schöne alte Kirchen, den Klosterhof u.a.
Auf sehr schönen Wegen, teilweise an der Elbe und auf dem Elbe-Radweg lang, radeln wir zur Lutherstadt Wittenberg, von der ich euch schon in Radtour 89 vorgeschwärmt habe (dort findet sich auch eine Runde zur Stadtbesichtigung).
Ungefähr ab der nördlichen Stadtgrenze der Lutherstadt sind wir wieder im Fläming – nicht im Landkreis Teltow-Fläming, sondern im geografischen Fläming, der ja auch Nord-Sachsen-Anhalt umfasst.
Nächste Station ist Zahna. Dieser eher kleine Ort ist einer der ältesten Orte in Sachsen-Anhalt und besitzt neben einem beeindruckenden Rathaus eine wuchtige uralte Kirche mit einem mächtig dicken Turm, die Kreuzkirche (erbaut um 1200).

Die Kreuzkirche in Zahna, eine Backstein-Kirche aus dem Mittelalter
Sehr alt und sehr haltbar: Die Kreuzkirche in Zahna

Kurz nach dem nächsten Ort, Naundorf, sind wir wieder in Brandenburg, und zwar jetzt im Landkreis Teltow-Fläming. Die herrliche Radroute, auf der wir jetzt die Endstation Jüterbog ansteuern, gehört zum Berlin-Leipzig-Radweg sowie zum Luther-Tetzel-Radweg.

Grobe Streckenführung:
Bahnhof Wiesenburg – Medewitzer Hütten – Medewitz – Stackelitz – Jeber-Bergfrieden – Hundeluft – Düben – Zieko – Coswig (Anhalt) – Griebo – Apollensdorf – Piesteritz – Lutherstadt Wittenberg – Friedrichstraße – Labetz – Wiesigk – Bülzig – Zahna – Naundorf bei Seyda – Seehausen – Gölsdorf – Dennewitz – Jüterbog Bahnhof

Zur Karte:
Sie enthält
1) einen ganz kleinen Abstecher in Coswig zur Seitenansicht des Schlosses;
2) einen winzigen Abstecher vor Griebo zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Elbe;
3) einen Mini-Schlenker in der Lutherstadt am Markt (der m.E. schönste Platz in Wittenberg!).

© Beatrice Poschenrieder

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