Radtour 33: Strausberg-Nord – Schloss Neuhardenberg – Seelow

Teile vom großen Schloss-Areal Neuhardenberg, u.a. die Kirche
Teile der großen Schlossanlage Neuhardenberg, u.a. die Kirche

Diese Route ist eine super Ergänzung zu Radtour 32a, führt dich durch die nördliche Märkische Schweiz und an der Schlossanlage Neuhardenberg vorbei

Sehr gut bei Westwind, Gesamtlänge 41,5 km.

Gleich nach dem Start vom S-Bahnhof Strausberg-Nord radeln wir quer durch den Flugplatz Strausberg, auf dem Segelflieger und auch kleinere Flugzeuge (darunter auch ein paar alte Raritäten!) stehen und teilweise auch abheben oder landen…

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Auf dem Flugplatz von Strausberg stehen auch mal solche Teile herum… Foto von CC BY-SA 2.0, Link

Und dann geht´s eine ganze Weile auf zumeist ruhigen Landstraßen durch die Natur der Märkischen Schweiz und durch kleine Dörfer.

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Bauernhof im Dorf Grunow. Foto von Lienhard Schulz, CC BY-SA 3.0, Link

Es geht manchmal ein bisschen auf und ab, wie das typisch ist für die Märkische Schweiz, aber es ist nicht so doll wie in der Gegend um Buckow, sondern gemäßigt.
Nach ca. 22 km erreichen wir Karlsdorf, wo sich ein Abstecher nordwärts (also links abbiegen) lohnt, nach Altfriedland, was nicht nur ein sehr süßes Dorf mit einer Klosterruine ist, sondern auch allerliebst an einem recht großen See liegt, dem Kiezer See. In der kommenden Radsaison werde ich die Strecke neu radeln und diesen Abstecher einbauen!

Kurz nach Karlsdorf sind wir schon in Neuhardenberg, einer Gemeinde von heute rund 2800 Einwohnern. Das gibt´s zwar schon seit dreizehnhundert-irgendwas, aber früher hieß der Ort Quilitz. Abgesehen von den ganzen Kriegen, die dort auch Schäden hinterließen, brannte es 1801 dort fürchterlich, ein Großteil des Ortes wurde zerstört – aber wundervollerweise nach den Plänen des genialen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel wieder neu aufgebaut, natürlich anders als vorher, aber eben in Schinkels unverwechselbaren Stil.
Das Schloss dominiert den ganzen Ort, denn es ist nicht einfach nur ein Schloss, sondern eine riesige, stilvolle, sehr schön sanierte Anlage mit Kirche, Orangerie, Nebengebäuden und einem nach hinten gelegenen Park, den die berühmten Gartenkünstler Pückler-Muskau und Lenné entwarfen und gestalteten (auf meinen Fotos ist nur ein kleiner Teil davon abgebildet!).
1814 ging der Ort – damals noch Quilitz – an Karl August Fürst von Hardenberg, der ihn in “Neu-Hardenberg” umbenennen ließ.
Ein Nachfahr von ihm, Karl Hans Graf von Hardenberg, wurde 1944 verhaftet, weil sich in seinem Schloss Widerständler gegen Hitler trafen, ins KZ Sachsenhausen verbracht (er überlebte es!) und enteignet. Die Schlossanlage riß sich dann ab 1949 die neue sozialistische Regierung unter den Nagel, taufte den gesamten Ort in Marxwalde um und wandelte ihn in ein sozialistisches Musterdorf um. 1990, nach der Wende, erhielt Marxwalde seinen alten Namen zurück, aber ohne Bindestrich, daher heute Neuhardenberg.
Die Familie von Hardenberg erhielt die Schlossanlage erst 1996 zurück und verkaufte sie dann an den Deutschen Sparkassen- und Giroverband, der daraus die “Stiftung Schloss Neuhardenberg” machte und das ganze Ensemble umfassend sanierte. Heute ist es ein hochinteressanter, vielgestaltiger Ort: Es gibt ein hochklassiges Hotel sowie Gebäude für kulturelle und politische Veranstaltungen, Ausstellungen, Workshops und Theaterproduktionen.

Hinten Schloss Neuhardenberg, links und rechts Nebengebäude
Hinten Schloss Neuhardenberg, links und rechts Nebengebäude. Dieser Bereich ist eingezäunt und nur zu bestimmten Zeiten für Externe geöffnet – das gilt auch für den Park hinter dem Schloss
Kirche Schloss Neuhardenberg
Hier die Kirche der Schlossanlage Neuhardenberg von der anderen Seite. Dieser Teil ist frei zugänglich

Ab Neuhardenberg sind wir für den Rest der Strecke auf straßenbegleitenden Radwegen.
Nur ein paar Kilometer weiter können wir in Platkow ein bewohntes Storchennest sehen…

Das berühmte Storchennest in Platkow, jedes Jahr bewohnt
Storch im Abflug: Das Storchennest in Platkow, jedes Jahr bewohnt

…und dann folgt in Gusow das zweite Schloss. Auch dieses schöne Schloss hat eine wandelvolle Geschichte, u.a. diente es gegen Ende des 2. Weltkriegs als Kriegsaltersheim, als Unterkunft für die Rote Armee und dann zur Zeit der DDR “als Getreidelager, als Geflügelrupfanstalt, als Schule, Kindergarten oder Sitz der Dorfverwaltung. Die Gemeinde verkaufte das leerstehende Schloss im Jahr 1992 für drei Millionen Mark an einen Berliner Architekten” (Wikipedia).
Heute ist es eine Kombination aus Hotel, Museum und Veranstaltungsort.

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Schloss Gusow im Oderbruch. Foto von CC BY-SA 3.0 de, Link

Von Gusow sind es nur noch 4 km bis Seelow. Ein paar Fotos und Infos zu Seelow gibt es in Radtour 32.

Falls du aus dieser Route eine Schlössertour kreieren willst, kannst du auch noch kleine Umwege über Reichenow und Diedersdorf machen; ein paar Infos zu Seelow und die Route von Seelow zu Schloss Diedersdorf findest du bei Radtour 32, die Route von Strausberg-Nord nach Reichenow und ein Foto vom Schloss gibt es bei Radtour 72.

Grobe Streckenführung:
S-Bahn Strausberg-Nord – quer über Strausberger Flugplatz – Klosterdorf – Grunow – Ihlow – Reichenberg – Ringenwalde – Neuhardenberg – Platkow – Gusow – Seelow Zentrum – Seelow Bahnhof

Strecke abkürzen:
Nur bis Bahnhof Gusow: 36,5 km

Zusammen mit Radtour 32 sind es (da man ja nicht zum Bahnhof fahren muss) 78,5 km.

Zur Karte:

Download file: Rt33_Strausberg_Neuhardenberg_Seelow.gpx

© Beatrice Poschenrieder

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